Newsletter August 2019: „Verzicht und Gewinn“

essbarundschoenErinnerung an etwas Wesentliches ….
Erinnerung an die Achtsamkeit

„Am reichsten sind die Menschen,
die auf das meiste verzichten können.“ (Tagore
)


Heute schon …

Schokolade gegessen? Wie schmeckt das? Wie spürt es sich an? Welche Gefühle entstehen, welche Gedanken? Voller Genuss oder schlechtem Gewissen? Hängt vermutlich vom Ausmass ab…

Zucker versüsst unser Leben, so sagt es schon die Sprache. Seit ich vor vielen Jahren bei Servan-Schreiber von der folgenschweren Last des Zuckers in unserer Ernährung gelesen habe, bin ich aufmerksamer geworden. Seit Jahren wollte ich probieren, wie es wäre eine Zeitlang ganz auf Zucker zu verzichten, nicht nur auf Schokolade sondern auch auf Obst.

Vor ein paar Wochen auf einem Retreat war es dann soweit. Jetzt oder nie. 10 Tage Zuckerfreiheit! Vor allem der erste Tag war eine Herausforderung. Wie einen schweren Felsen heben. Die Banane zum Frühstück, der Himbeerkuchen zu Mittag, die Kekse zum Kaffee, alles hat kläglich nach mir gerufen. Bis ich mich hingesetzt und tief nachgedacht habe: Wenn ich jetzt auf das kurze angenehme Gefühl beim Schmecken verzichte, ernte ich später vielleicht eine längere Phase des Wohlbefindens. Auf jeden Fall gewinne ich die Gewissheit, ob mein Verhalten einen Unterschied macht oder nicht. Ab da ging es ganz leicht.

Ergebnis des Experiments? Ich habe begonnen, in allem die Süsse zu suchen und sie in vielem unerwartet gefunden. Diese himmlische Süsse von Karotten und roten Rüben! Nach einigen Tagen fühlte sich das neue Essen schon normal an, konnte ich intensiver schmecken und besser schlafen. Vor allem weiss ich, dass ich – relativ mühelos – lieb gewordene Gewohnheiten sein lassen kann, wenn ich überzeugt bin, dass sie mir oder anderen nicht gut tun. „Verzichten“ fällt mir gar nicht soo schwer. Ich kann darin den Gewinn sehen. – Eine Fähigkeit, die es in Zeiten wie diesen zu kultivieren gilt. Findest du nicht auch?

Vielleicht magst auch du der einen oder anderen Gewohnheit auf den Grund gehen. Ist sie frei gewähltes, verantwortungsvolles und gut überlegtes Handeln oder eine Sucht, von der du nur schwer los kommst? Wie wäre es, eine Weile ohne sie zu sein? Vielleicht nur ein paar Momente, vielleicht JETZT?

Beste August Grüsse und schönen Sommer!
Ulli Pastner

die die Brombeeren im Garten und die Marillen aus dem Kamptal wieder voll geniesst, üppige Mehlspeisen aber in Zukunft gegen angenehmere Zustände eintauschen will :-)

PS: Die Bücher von Servan-Schreiber sind leicht zu lesende Klassiker Das Anti-Krebsbuch oder Die Neue Medizin der Emotionen. 
Falls du noch Lesestoff für den Urlaub brauchst und gerne Biografien liest, möchte ich dir die Lebensgeschichte von Ayya Khema ans Herz legen: Ich schenke Euch mein Leben. Auf der gleichen Website findest du ihre Vorträge und Meditationsanleitungen.

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